Dünen Grass – Bluegrass von der Ostseeküste
Ein Gespräch mit der Bluegrass- und Acoustic-String-Band
Wer in den Sommermonaten an der Ostseeküste unterwegs ist, hat vielleicht schon einmal das Vergnügen gehabt, „Dünen Grass“ live zu erleben. Die sechsköpfige Band bringt Bluegrass, Country und Folk auf die Bühnen der Ostseebäder – und das mit einer Energie und Spielfreude, die sofort ansteckt.
„Wir spielen Bluegrass so, dass er auch für europäische Ohren geeignet ist und beim Publikum ‚geländegängig‘ ankommt“, erklärt Sänger und Gitarrist Tobias Gillner im Gespräch. „Viele wissen anfangs gar nicht, was Bluegrass eigentlich ist – aber nach dem Konzert kommen sie begeistert zu uns und bedanken sich.“

Vom Duo zur sechsköpfigen Band
Begonnen hat alles 2008 mit Thorsten Scheel (Mundharmonika, Mandoline, Gesang) und Tobias Gillner (Gitarre, Gesang). Beide überzeugten schon damals durch ihren harmonischen, zweistimmigen Gesang. Torsten kannte „Struppi“ Thomas Struppe aus alten Zeiten und mit seinem Banjo wurde erst mal kräftig Country-Musik gemacht. Weitere Musiker kamen dazu und im Jahr 2017 wechselte die Stilrichtung. Joachim Paetsch, der bis dahin die Pedal-Steel-Gitarre spielte, wechselte zur Dobro. Die Besetzung wurde komplett mit Andreas an der Geige und Konrad am Kontrabass.
Diese Instrumentierung – Gitarre, Banjo, Mandoline, Dobro, Geige und Bass – ist wie geschaffen für die Bluegrass-Musik.
Inspiration und Repertoire
Musikalisch orientiert sich „Dünen Grass“ an Größen wie Blue Highway oder Eric Clapton, dessen Version von „San Francisco Bay Blues“ ebenfalls zum Repertoire der Band gehört. Weitere Einflüsse sind Bluegrass-Größen wie Sam Bush, Jerry Douglas, Alison Krauss & Union Station und viele andere. Jeder in der Band bringt eigene Songideen mit, und wenn das Stück allen gefällt, wird es geprobt und beim nächsten Auftritt live präsentiert.
Klassiker wie Sunny Side of Life oder Fox on the Run fehlen dabei selten im Programm. Doch egal, ob bekannte Titel oder weniger bekannte Bluegrass-Perlen – alles wird konsequent live und akustisch gespielt.
„Wir machen handgemachte Musik – ohne Effekte, ohne Playback, nur mit unseren Stimmen und Instrumenten“, betonen die Musiker.
Musik zwischen Strand und Sturm
Die meisten Auftritte führen „Dünen Grass“ zu den Kurverwaltungen der Ostseebäder. Dort sorgt die Band regelmäßig für musikalische Höhepunkte im Kulturprogramm. Und auch wenn das Wetter mal nicht mitspielt, wird gespielt: „Wenn es regnet, holen wir die Gäste einfach mit auf die Bühne – so nah ist man seinem Publikum selten“, erzählt Thorsten Scheel lachend.
Leidenschaft im harten Musikgeschäft
Alle Musiker haben noch einen richtigen Job, denn von den Gagen allein können die wenigsten Musiker in Deutschland wirklich leben. Die Gagen decken in der Regel nur die Fahrtkosten und einen Teil der Technik. Doch das tut ihrer Begeisterung keinen Abbruch – im Gegenteil: „Wir machen das, weil wir diese Musik lieben“, sagt Tobias. „Solange das Publikum Spaß hat, applaudiert und die Musik mag, machen wir weiter.“
👉 Dünen Grass – ehrliche, handgemachte Musik von der Ostsee.
Sechs Musiker, sechs akustische Instrumente, mehrstimmiger Gesang – Bluegrass in seiner schönsten Form.







